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| Ein Osterreicher aus Europa |
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An Austrian from Europe |
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Stefan Zweig |
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Ausstellung/Exhibition
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Unserer Generation wurden und ich fürchte, auch der von heute noch in allen europäis chen Ländern,
von Anfang an eingeprägt, daß nur der Erfolg in unserer welt entscheidet, daß jede Anwendung der
Gewalt, auch des Krleges, eine nicht nur erlaubto, sondern auch wünschenswerte Handlung
darstellt,falls sie dem Vaterland zum vorteil gereicht.
Stefan Zweig Geschichtsschreigung von morgan, 1939
Wir sind Defaitisten, das heißt: wir lieben der Menschen, Gottes ewigen Sohn, mehr als die heißt: uns
ist das Leiden der Menschen wichtiger als die kommerzielle. Blüte der Nationen und die kalton
Monumente der Ehre. Wie sind Defaitisten, das heißt: wir sehen in Eurergroßen Zeit die Pestbeule
der Weltgeschichte.
Stefan Zweig, Bekenntnis zum Defaitismus, 1918
Die eigentliche Heimat, die mein Herz sich erwählt, Europa, ist mir verloren, seit es sich zum
zweitenmal selbstmörderisch zerfleischt im Bruderkriege. wider meinen Willen bin ich Zeuge
geworden der furchtbarsten Niederlage der Vernunft und des wildesten Triumphes der Brutalität
innerhalb der chronik der Zeiten; nie-ich verzeichne dies keineswegs mit Stolz, sondern mit
Beschämung-hat eine Generation einen solchen moralischer Rückfall aus solcher geistigen Höhe
erlitten wie die unsere.
Stefan Zweig, Die Welt von gestern
Stefan Zweig war, als er sich nach Brasilien zurückzog, um dort weiterzuarbeiten ein Mann ohne viel
illusion gewesen, ein Mann von nur geringer Hoffnung, der wußte, daß wir noch lange nicht am Ende
aller Schreckon angelangt sind. Eine tiefe Entmutigung hatte ber ihm eingestzt. Ich war demals sehr
erschrocken über das neue, wie versteinerte Geisicht, daserplotzlich hatte. Ich sprach mit seiner Frau
davon warnend-ich war dagegen, daßerin solch heden klicher Grundstimmung sich isolierte und eine
so große Distanz zwischen sich und seine Freunde legate
Berthold Viertel
Wie abgeschmackt und vermessen sind unsere Urteile angesichts der überwältigenden Wirklichkeit
des Todes. War er im Recht, da er sein Leben wegwarf? War er ein Defaitist? Berührt sein
freiwilliger Tod die Gültigkeit seines Werks? Und, wern ja, in wekhem Sinn? Diese letzte Frage ist
die enzig sinnvolle. Für die Person Stefan Zweig sind unsere Maßstäbe und wertungen hinfällig
geworden. Unser Moralbegriff geht notwendig von der Vorstellung aus, das Leben an sich sei
wertvoll und müsse bewahrt werden. Wer aber sein Leben aufgibt entzieht sich einer Moralität, die
gewichtslos wird im vacuum der Ewigkeit.
Klaus Mann
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Stefan Zweig |
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